Nach einer Tragzeit von rund 135 Tagen erblickte das erste Jungtier seit fünf Jahren bei den Kattas im Tropen-Aquarium Hagenbeck das Licht der Welt und wahrscheinlich werden weitere folgen. Denn mit den drei weiblichen Neuzugängen, die am 25.09.2025 die Kattagruppe bei Hagenbeck verstärkten, verlief die erste Paarungsperiode Ende Oktober optimal. Somit besteht Hoffnung auf zwei weitere Kattakinder.
„Wir haben die Entwicklung in den letzten Wochen mit großer Spannung verfolgt“, betont Dr. Michael Flügger, Säugetierkurator und Zootierarzt im Tierpark Hagenbeck. „Nach anfänglicher Zurückhaltung haben die drei Weibchen ihre Stellung innerhalb der Gruppe schnell behauptet. Bei Lemuren herrscht ein Matriarchat.“
Im Moment klammert sich der rund 100 Gramm schwere Nachwuchs noch eng an den Bauch seiner Mutter, was in den ersten Lebenswochen normal ist. Von hier aus erkundet das Jungtier aber schon neugierig seine Umgebung und nimmt Geräusche und Gerüche wahr. Dank seiner bereits kräftigen Finger und Zehen bleibt der Nachwuchs auch sicher und geschützt, wenn Mutter Katta wild durch die Anlage springt. Ausgewachsene Kattas erreichen eine Kopf-Rumpflänge von bis zu 40 Zentimetern und haben ein Gewicht von 2,5 bis 3 Kilogramm.
Kattas sind endemisch, sie kommen im Freiland ausschließlich auf der Insel Madagaskar im Indischen Ozean vor. Hier bewohnen die quirligen Halbaffen vor allem Dorn- und Laubwälder und buschbestandene Savannen sowie felsiges Terrain im Bergland. Auf der Roten Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature) werden die Tiere als stark gefährdet eingestuft. Der Grund: die Abholzung ihres Lebensraums, die zunehmende Trockenheit auf Madagaskar und die Jagd der Tiere.
Zoologische Einrichtungen wie Hagenbeck spielen eine zentrale Rolle zur Erhaltung der Art durch das Europäische Zuchtprogramm.




