Es ist die erste Landschildkrötenart im Tropen-Aquarium Hagenbeck, die Strahlenschildkröte (Astrochelys radiata). Sechs Tiere durften heute erstmalig ihr neues Gehege im Katta-Dorf beziehen.
Auf rund 16 Quadratmetern hat ein Hagenbeck-Team die neue Tieranlage errichtet. Florian Ploetz, Bereichsleiter Terraristik, ist stolz auf das Gemeinschaftsprojekt: „Die neue Anlage ist komplett inhouse entstanden, es waren viele Abteilungen involviert – unsere Handwerker, unsere Elektriker, unser Gärtner im Tropen-Aquarium und unsere Tierpfleger. Dass wir heute das neue Gehege in der Form präsentieren können, ist eine große Teamleistung.“
In einer Holzkiste wurden die Tiere aus dem Backstagebereich gebracht und vorsichtig von den Tierpflegern in ihr neues Habitat gesetzt. Da diese Schildkrötenart aus dem trockenen Süden Madagaskars stammt, wurde auch das Gehege entsprechend gestaltet. Savannentypische Gewächse wie die Bismarckpalme, der Baum der Reisenden, aber auch Gesteine, die Wärme speichern, sorgen für ein artgerechtes Umfeld.
Strahlenschildkröten erreichen eine Panzerlänge von bis zu 42 Zentimetern sowie ein Gewicht von 15 bis 20 Kilogramm. Die neuen Tiere sind als Nachzuchten aus dem Zoo Berlin nach Hamburg gekommen. Rund zwei bis drei Jahre sind die Tiere alt und können ein Alter von bis zu 100 Jahren erreichen.
Leider sind auch die Strahlenschildkröten im Freiland stark bedroht und stehen auf der Roten Liste der IUCN. Gründe für die Gefährdung sind die Zerstörung der Lebensräume. Es wird geschätzt, dass rund 90 Prozent der Lebensräume bereits vernichtet wurden. Zudem gilt das Fleisch der Strahlenschildkröten in manchen Gebieten als Delikatesse, sodass vor allem adulte Tiere aufgrund der höheren Fleischmenge gejagt werden. Die größte Bedrohung stellt jedoch die Wilderei dar. Ganze Populationen dieser Tiere werden von Tierschmugglern abgesammelt und auf Tiermärkten verkauft.




